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Heilpflanzenlexikon

Heilpflanzenlexikon
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Th. Brendler,u. a.; D. Frohne; K. Stegherr

Hopfen

Wissenschaftlicher Name: Humulus lupulus

Allgemein

Hopfen, Malz, Hefe und Wasser – nach dem Reinheitsgebot sind dies die einzigen Zutaten, die Bier enthalten soll. Der Hopfen verleiht dem Bier sein charakteristisches bitteres Aroma und fördert die Haltbarkeit. Belege für das Bierbrauen finden sich schon in vielen frühen Kulturen, zum Beispiel bei den Ägyptern oder den Sumerern. Die Verwendung von Hopfen in der Bierbrauerei und als Heilpflanze ist allerdings erst für das Mittelalter belegt. Anfangs nur bei Gallen- und Leberleiden eingesetzt, entdeckte man später die beruhigende und schlaffördernde Wirkung der Pflanze. Welche Inhaltsstoffe genau verantwortlich sind für die medizinische Wirkung ist nicht eindeutig geklärt. In der Pharmazie wird der Hopfen heute als mildes, natürliches Schlaf- und Beruhigungsmittel eingesetzt.

Charakteristik

Der Hopfen ist eine Kletterpflanze aus der Familie der Hanfgewächse. Die Triebe sind mit Kletterhaaren besetzt und erreichen eine Höhe von bis zu 6 Metern, in Kulturen sogar über 10 Meter. Die männlichen Blüten sind eher unscheinbar und rispenartig, während die weiblichen Blüten Scheinähren, sogenannte Dolden, bilden. Diese sind mit kleinen Drüsenschuppen übersät, die das Lupulin, das Hopfenbitter enthalten. In der Landwirtschaft verwendet man daher nur die weibliche Pflanze. Der Hopfen kommt in seiner Wildform in Europa, Asien und Nordamerika vor, wird aber nur in einzelnen Regionen im großen Maßstab landwirtschaftlich angebaut, in Deutschland zum Beispiel in der bayerischen Hallertau oder in der Bodenseeregion. Im Frühjahr legt man die jungen Triebe um eine Kletterhilfe und sie wachsen bis Juli auf ihre volle Höhe an, teilweise bis zu 30 cm pro Tag. Wenn die Ähren reif sind, wird im August bzw. September geerntet.

Anwendungsbereiche

Aufgrund der beruhigenden und schlaffördernden Wirkung wird Hopfen als natürliches, mildes Beruhigungsmittel eingesetzt, meist in Kombination mit anderen natürlichen Sedativa, zum Beispiel Baldrian. Man verwendet nur die Bestandteile der weiblichen Blüten, da diese Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle enthalten. Innere und äußere Anwendung: Unruhe, Angstzustände, Schlafstörungen

Dosierung

Einzeldosis der Droge 0,5gInnere Anwendung: Teezubereitung: 2 Teelöffel Hopfenzapfen mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, 2-3 Std. ziehen, abgießenFertige Teemischungen bzw. Fertigarzneimittel bitte entsprechend der Packungsbeilage anwendenÄußere Anwendung: Hopfenkissen mit getrockneten BlütenFertige Badezusätze

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Anwendung beim Bierbrauen

Die getrockneten weiblichen Blüten sind seit dem Mittelalter wichtiger Bestandteil der Bierproduktion.
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