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Heilpflanzenlexikon

Heilpflanzenlexikon
Copyright: Kojin/Shutterstock.com
Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke

Indischer Hanf

Wissenschaftlicher Name: Cannabis sativa L.

Allgemein

Erste Erwähnung findet Cannabis (Hanf) im Arzneibucht des chinesischen Kaisers Shen Nung ca. 3000 v.Chr. Cannabisharz wurde als Heilmittel bei Verstopfung, Frauenkrankheiten, Gicht, Malaria, Rheumatismus und Geistesabwesenheit empfohlen. Auch die psychotropen Eigenschaften werden erwähnt. Im Mittelmeerraum ist die Pflanze seit der Antike bekannt. Ägypter und Assyrer verwandten sie als Räucherwerk. Die Römer bauten die Pflanze als Rohstoff für Seile und Netze und auch für medizinische Zwecke an. Im mittelalterlichen Europa kannte man bis ins 17. Jahrhundert den Indischen Hanf nicht. Erst im 19. Jahrhundert wird er als Heilmittel mit euphorisierender Wirkung beschrieben und gegen Neuralgien, schmerzhaften Rheumatismus, Veitstanz, Tetanus und Schlafstörungen eingesetzt. Andere beschriebene Einsatzgebiete: Epilepsie, Cholera, Bronchitis, Asthma, Augenentzündungen, Abortus und schwache Wehen. Heute ist die Fasergewinnung noch immer ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in vielen Regionen.

Charakteristik

Das Ursprungsgebiet der Pflanze war wahrscheinlich Vorder- und Mittelasien. Heute wird sie weltweit in den gemäßigten und tropischen Regionen angebaut. Die Blütezeit bginnt im Juni und geerntet wird zwischen August und Oktober. Medizinisch verwendet werden der Indische Hanf, der aus den getrockneten blühenden oder mit Früchten versehenen Zweigspitzen der weiblichen Blüten besteht, die reifen Hanffrüchte und verschiedene homöopathische Zubereitungen aus frischen und getrockneten Pflanzenteilen.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Geschwüren oder Krebs, bei Erkrankungnen der Atemwege wie Asthma, Emphysemen oder chronischer Bronchitis, Neuralgien, Migräne, Harnwegserkrankungen und auch bei Angststörungen Indische und Chinesische Medizin: nervöse Verstimmung, Schlaflosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Entzündungserscheinungen auch bei Husten und Tetanus

Dosierung

Mittlere Einzelgabe: 0,1 g Droge

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Wirkung für genannte Indikationen ist nicht belegt. Hanf wirkt jedoch nachweisbar schmerzhemmend, keimtötend, Tumor-hemmend, appetitanregend und auch psychotrop, was einen Einsatz bei Beachtung der Dosierungshinweise rechtfertigt. Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Bei oraler Gabe oder Inhalation einer Zigarette (toxische Dosen) zeigen sich Stimmungsveränderungen, Antriebsminderung, Änderung von Aufmerksamkeit, Denkabläufen, Wahrnehmung, Gedächtnis, Zeitgefühl und Bewegungskoordination. Sensorische Eindrücke werden gesteigert oder verändert erlebt. Das Einfühlungsvermögen ist abgestumpft, Angst, Panik und psychotische Zustände können auftreten. Diese Effekte dauern zwei bis drei Stunden an. Die Fahrtauglichkeit kann bis zu acht Stunden gestört sein. Selten kommt es zu akuten Vergiftungen mit Übelkeit, Erbrechen, Tränenfluss, Reizhusten, Herzbeschwerden und Taubheit der Gliedmaßen. Todesfälle sind sehr selten.

Anwendung in Lebensmitteln

Cannabis ist eine der bekanntesten psychotropen, schmerzhemmenden und euphorisierenden Drogen. Das Harz und die Blütenspitzen werden mit Tabak vermischt geraucht, die getrockneten größeren Blätter mit Früchten vermischt oder Wasser zerstampft zur Herstellung von Getränken oder Konfekt verwendet. Die vielfältigen und außergewöhnlichen Eigenschaften wie auch die jahrhundertealte medizinische Anwendungserfahrung sprechen für eine Verwendung auch in Functional Food Produkten.
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